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Wutachschlucht

Für viele sind die ersten Etappen durch die Wutachschlucht der schönste und aufregenste Teilabschnitte des Schluchtensteiges. Diese zu durchwandern ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

wutachschlucht zwergendusche

Die Wutach nimmt ihren Ursprung in 1450 m Höhe auf dem Feldberg.Als Seebach durchfließt sie den Feldsee,das Bärental und den Titisee.Unterhalb des Titisees heißt sie Gutach und nach Ihrem zusammenfluß mit der Haslach Wutach. Die Länge des Flußlaufes vom Titisee bis zur Mündung bei Waldshut in den Rhein beträgt 77 km,der Höhenunterschied 530 m.Die Wutach nimmt ihren Lauf zunächst nach Osten bis Achdorf;dann biegt sie scharf nach Süden um. Bis vor 70000 Jahren strömte der Fluß 200 m über seinem heitigen Bett als Feldbergdonau nach Osten. Auf der Höhe der letzten Vereisungsperiode wurde diese Urdonau wegen des viel größeren Gefälles nach Süden über einen Zufluß des Rheins dorthin abgelenkt.Nach diesen erdgeschichtlichen Ereignis entstand durch rückschreitende Erosion in den geologischen Schichten Brauner und Schwarzer Jura.Keuper.Muschelkalk,Buntsandstein und Grundgebirge die bis heute 170 m tief und 30 km lange Schlucht,eines der jüngsten Täler unserer Erde.

Die Wutachschlucht ist eines unserer wertvollsten und in naturkundlicher Hinsicht vielseitigsten Naturschutzgebiete. Läßt doch der unterschiedliche geologische Untergrund einerseits und die klimatischen Bedingungen andererseits eine Fülle von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere entstehen.Die warmen,trockenen,südlich exponierten Hänge, bewohnen wärmeliebende Arten als Relikte der postglazialen Wärmezeit während auf den kühlen ,feuchten ,nördlich exponierten Hängen sich viele Pflanzen und Tiere der Vereisungsperiode als Relikte halten konnten.Die von Hochwässern beeinflußte Talaue bietet mit ihrem nährstoffreichem Boden einer üppigen Kraut- und staudenflora Lebensraum.Die Wälder mit ihren Pflanzengesellschaften sind an vielen Stellen der Schlucht in ihrer natürlichen Zusammensetzung erhalten.Für den Wissenschaftler sind diese seltenen Biotope zur Erforschung ihres Standorthaushaltes wichtig,dem Wanderer bieten sie ein Bild ursprünglicher Schönheit.

Die Wanderwege

In der Wutachschlucht gab es bis vor 100 Jahren nur auf kurzen strecken Wege.Der London "Fisching Club" dem das Kurhaus Bad Boll gehörte,ließ 1845 die Strecke zwischen Bad Boll und der Gauchachmündung mit Hilfe von 20 Stegen durchgängig begehbar machen.Doch die Wutach riß alle Stege bei Hochwasser wieder weg.Darauf ließ der Schwardswaldverein den Wanderweg unter Leitung von Karl Rümmele neu und hochwasserfrei anlegen.1904 konnte diese eindrucksvolle Wanderstrecke zwischen Bad Boll und Wutachmühle der Öffentlichkeit übergeben werden.Die Strecke zwischen der Gutachbrücke bei Kappel und Bad Boll erschloß und markierte der Schwarzwaldverein bereits 1898.

Es wurde so ein erlebnisreiches Wandergebiet zugänglich gemacht.Der Schwarzwaldverein übernahm die aufwendige Betreuung des Wegenetzes und überwacht auch im amtlichen Auftrag das Naturschutzgebiet.

Bad Boll

".... eine Heilquelle namentlich gegen die Grätze"

An dieser Stelle der Wutachschlucht befand sich um die Jahrhundertwende das renommierte Kurhotel Bad Boll.Vorraussetzung für die Errichtung eines Badbetriebes war eine Mineralquelle, die schon  in früher von den Bewohnern der Umgebung bei Hauterkrankungen aufgesucht wurde.Ärtzte im 19. Jahrhundert empfahlen Bad Boll bei Hauterkrankungen und Rheumatismus,aber auch bei Brustleiden,Neuralgien und Nervenkrankheiten.

Die Anfänge des Bades liegen im Dunkeln. Nach alten Aufzeichnungen bestand hier bereits um das 1600 ein Bad mit Wirtschaftsgerrechttigkeit, das den Inhabern der nahegelegenen Herrschafft Tannegg gehörte. Bis in das 19. Jahrhundert ist dann von einem Badebetrieb nicht mehr die Rede. Der "Badhof" war lediglich ein großes landwirtschaftliches Anwesen mit Fischzucht.

 

Titelblatt der einzigen Monographie über Bad BollTitelblatt der einzigen Monographie über Bad Boll von 1879